Der Naturwald im Hirschgrund
Der Wald im Hirschgrund ist ein besonderer Ort. Direkt am Steinbach gelegen, prägt er das Landschaftsbild und beeinflusst das lokale Klima. Alte Bäume, kühles Waldklima und naturnahe Strukturen machen ihn zu einem wertvollen Lebensraum – für Tiere, Pflanzen, Pilze und auch für Menschen.
Die Oberlausitz-Stiftung ist Eigentümerin eines rund drei Hektar großen Waldgebietes im Hirschgrund in der Gemarkung Ostritz, das Au- und Schluchtwälder an einem naturnahen Bach mit angrenzenden seggen- & binsenreichen Nasswiesen und Streuobstwiesen umfasst. Die Stiftung verfolgt das Ziel, diesen Wald langfristig als „Naturwald im Hirschgrund“ zu sichern. Das bedeutet: Dieser Wald wird künftig vollständig aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen und wird sich weitgehend ohne menschliche Eingriffe natürlich entwickeln.
Ziel der Entwicklung des Naturwaldes m Hirschgrund“ ist es, einen Beitrag zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität zu leisten. Darüber hinaus wird der Wald als Referenz dienen für die Entwicklung naturnaher Wälder im Kontext des Klimawandels, weitestgehend ohne den Einfluss forstlicher Maßnahmen.
Der „Naturwald im Hirschgrund“ wird also ein Ort des Naturschutzes, der Forschung und der Umweltbildung. Gleichzeitig bleibt er ein Wald vor der Haustür – ein Raum für Naturerleben und Erholung.
Der Naturwald im Hirschgrund weist folgende Kennzeichen auf:
- Forstliche Eingriffe mit Ausnahme der Verkehrssicherung und einer eng begrenzten Erstbepflanzung sind ausgeschlossen. Das heißt z. B.: Alte Bäume werden nicht gefällt, sofern sie nicht angrenzende Wirtschaftswege beeinträchtigen. Totholz bleibt auf der Fläche. Auf Pestizide, Düngung etc. wird völlig verzichtet.
- Als Eigentümerin übernimmt die Oberlausitz-Stiftung dauerhaft Verantwortung für den Naturwald – unabhängig von kurzfristigen Förderprogrammen oder politischen Zyklen. Der „Naturwald im Hirschgrund“ ist als solcher durch die Oberlausitz-Stiftung dauerhaft rechtlich gesichert.
- Der natürlichen Verjüngung des Baumbestandes wird Vorrang eingeräumt. Lediglich auf einer sehr eng begrenzten Fläche werden klimaresiliente und für die heimischen Tier- und Pflanzenarten geeignete Baumarten gepflanzt.
- Auf den Einsatz von Kunststoffen wird vollständig verzichtet (z. B. beim Verbiss-Schutz).
- Das Befahren der Waldflächen mit schweren Maschinen wird auf ein absolutes Minimum reduziert, um Bodenverdichtung zu verhindern.

Umgefallener Baum im Hirschgrund

Die Baumhöhlen bieten vielen seltenen Tierarten wie Haselmaus, Siebenschläfer oder Baummarder einen guten Lebensraum.

Lage des Hirschgrunds in Ostritz (rot markiert)