Aufbau eines „Pomarium Saxonicum“ (laufendes Projekt) 

Die Oberlausitz-Stiftung baut derzeit ein „Pomarium Saxonicum“ auf. Angestrebt wird der langfristige Erhalt aller für Sachsen typischen Obstsorten (Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume) und die Verbreitung dieser auf Sortenechtheit kontrollierten Obstsorten durch Abgabe von Edelreisern.

Es werden derzeit auf ca. 800 hochstämmigen Obstbäumen mehr als 500 verschiedene historische Obst­­­­sorten erhalten: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Haselnüsse, Walnüsse und Quitten. Schwerpunkt der Sammlung ist der Erhalt historischer Sorten, die früher in Sachsen weit verbreitet waren. In diesem Zusammenhang wird ein sogenanntes „POMARIUM SAXONICUM“ aufgebaut. Grundlage für diese Sammlung sächsischer historischer Obstsorten sind die vom Landes­obstbauverein für das Königreich Sachsen heraus­gegebenen „Normal-Obstsortimente für das König­reich Sachsen“ (1878, 1885, 1902), das Obst­sortenverzeichnis des Landesverbandes Sachsen für Obst- und Weinbau (1924) sowie diejenigen Obstsorten, die aus Sachsen stammen.  weiterlesen

 

Aufwertung der Lebensbedingungen für Vögel und Insekten im Obstsortengarten der Oberlausitz (laufendes Projekt) 

Seit Sommer 2018 bemüht sich die Oberlausitz-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (Ortsgruppe Görlitz) um eine Aufwertung der Lebensbedingungen für Vögel und Insekten im Obstsortengarten der Oberlausitz. So wurden eine Vielzahl von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt. Zudem wurden mehrere Steinhaufen als Unterschlupf für Eidechsen angelegt. Auch die Vorarbeiten für eine mehrere hundert Meter lange Bienenweide wurden abgeschlossen. Als nächstes werden im Frühjahr 2019 Nistmöglichkeiten für Mauerbienen geschaffen.

Im Sommer 2018 wurden auf der Fläche des Obstsortengartens 24 Brutvogelarten erfasst. Dies geht aus dem 17seitigen Gutachten des Ornithologen Dr. Markus Ritz (Görlitz) „Brutvogelerfassung auf der Streuobstwiese der Oberlausitzstiftung in Leuba 2018 mit Hinweisen zur möglichen naturschutzfachlichen Aufwertung“ hervor. Die in diesem Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen werden in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt. Weitere Infos hier

 

Nutzung von Obst von Streuobstwiesen durch Schülerfirmen (laufendes Projekt)

Streuobstwiesen werden am ehesten dann erhalten, wenn das darauf wachsende Obst genutzt wird. Das Projekt „Nutzung von Obst von Streuobstwiesen durch Schülerfirmen“ zeigt modellhaft, wie durch den Aufbau von Schülerfirmen das auf Streuobstwiesen anfallende Obst für die Herstellung und den Verkauf von Apfelsaft und Apfelmus genutzt wird.

2011 wurde am Gymnasium der Schkola in Ebersbach (Oberlausitz) eine Schülerfirma errichtet. Diese erntet jährlich mehr als 1.000 kg Äpfel auf der Streuobstwiese der Oberlausitz-Stiftung in Leuba. Die Äpfel werden zu Apfelsaft und Apfelmus weiterverarbeitet. Dieser Saft wird an der Schule von den Schülern getrunken bzw. über die Schülerfirma verkauft.

Neben dem praktischen Teil (Obsternte, Saftverkauf etc.) lernen die Schüler im Unterricht etwas über die Vermarktung und Kalkulation des Saftes, zur Bedeutung von Streuobstwiesen und historischen Obstsorten etc. Außerdem wird durch die Arbeit in der Schülerfirma die Teamfähigkeit der Jugendlichen gestärkt.

In der 7. Klasse der Oberschule in Reichenbach (Oberlausitz) wurde 2018 auf Initiative der Oberlausitz-Stiftung die Schülerfirma „Mac Saftig“ gegründet. Die Schüler haben aus den Gärten in der Umgebung von Reichenbach Äpfel geerntet und daraus 1.208 Liter Apfelsaft produziert und anschließend verkauft.
„Das Kapital wächst auf den Bäumen“  Artikel der Sächsischen Zeitung vom 21.12 2018, zu lesen hier

Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten mit neuen Methoden (abgeschlossenes Projekt)

Auf Initiative der Oberlausitz-Stiftung wurde 2017 – 2020 das Projekt „Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten mit neuen Methoden“ durchgeführt. Ziel dieses Projektes war der dauerhafte Erhalt historischer sächsischer und tschechischer Obstsorten in Sortengärten zur Förderung der Biodiversität. Hierzu wurden an drei Standorten in Sachsen (Ostritz, Freital, Vogtland) und zwei Standorten in Tschechien historische Obstsorten angepflanzt. Erhalten wurden dabei vor allem Sorten mit soziokulturellem, lokalem oder historischem Bezug zu Sachsen und Tschechien sowie Sorten mit wichtigen obstbaulichen Merkmalen für Forschungs- und Züchtungszwecke. Prioritär wurde die Aufnahme sehr seltener Sorten verfolgt, die bisher noch nirgends gesichert waren. Insgesamt wurden im Rahmen des Projektes mehr als 500 Obstbäume gepflanzt, davon 100 in Ostritz. Weiteres Ziel des Projektes war es, die erhaltenen Sorten zu verbreiten und zu diesem Zweck an Interessierte Edelreiser abzugeben.
Zudem wurden 40 deutsch-tschechische Veranstaltungen durchgeführt, um Menschen in den Themenbereichen „historische Obstsorten“, „Streuobstwiesen“ zu qualifizieren.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (Dresden), der Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal und Venkowsky Prostor (Liberec) durchgeführt und über das EU-Programm INTERREG finanziell gefördert.

 
 

Bau eines Gartenhauses mit wiederverwendeten Baumaterialien (abgeschlossenes Projekt) 

In früheren Jahrhunderten hatte man ein sehr pragmatisches Verhältnis zu Baumaterialien. So wurden die Bestandteile eines Gebäudes, das seinen Zweck verloren hatte, umgehend wieder als Baustoff für einen anderen Zweck verwendet. Ein verfallendes Mauerwerk war vor allem eine Ansammlung von Steinen und Hölzern etc., die anders sinnvoller einzusetzen waren. Heute ist diese Art von Wiederverwertung in Vergessenheit geraten. Das hat weniger mit dem Gedanken des Denkmalschutzes zu tun (der ohnehin nur den Bruchteil alter Bausubstanz betrifft, die als „historisch bedeutend“ gilt) als mit der Industrialisierung. Denn altes wertvolles Baumaterial gäbe es genug, würden nicht noch immer selbst Gebäude aus dem 17. oder 18. Jahrhundert vom Backsteinhaus bis zur Holzscheune nach dem Abriss schlicht „entsorgt“, wenn ihnen kein zweites Leben als Dorfmuseum oder Heimathaus vergönnt ist. Dabei liegt es aus ökologischen wie ästhetischen Gründen eigentlich sehr nahe, historische Baustoffe vom Ziegelstein bis zum Eichenholzbalken durch vorsichtigen Rückbau aufgegebener Gebäude zu retten, zu sammeln und neu zu verwenden. Genau das wurde beim Bau des Gartenhauses der Oberlausitz-Stiftung getan.

Durch Berufsschüler der Berufsbildenden Schule Löbau wurde im Jahre 2010 auf dem Gelände der Streuobstwiese ein Gartenhaus aus wiederverwendeten Baumaterialien gebaut. In dem Gebäude sind nun Geräte für die Pflege der Obstanlage untergebracht. Zudem dient das Haus allgemeinen Zwecken der Umweltbildung und als Unterstellmöglichkeit bei Führungen über die Streuobstwiese sowie bei Pflegearbeiten bei schlechtem Wetter.

Am Gartenhaus ist eine Tafel angebracht, die über die Herkunft der Baumaterialien informiert. Hier finden Sie eine verkleinerte Abbildung dieser Tafel.

Das Projekt wurde finanziell gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien.

Streuobstwiese auf der Neisseinsel in Ostritz-Leuba Streuobstwiese Neiße-Insel in Ostritz-Leuba.