Alte Obstsorten erhalten – Junge Menschen fördern

Projekte

Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten mit neuen Methoden (laufendes Projekt)

Auf Initiative der Oberlausitz-Stiftung startete im Januar 2017 das Projekt „Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten mit neuen Methoden“. Ziel dieses Projektes ist der dauerhafte Erhalt historischer sächsischer und tschechischer Obstsorten in Sortengärten zur Förderung der Biodiversität. Hierzu werden an drei Standorten in Sachsen (Ostritz, Freital, Vogtland) und zwei Standorten in Tschechien historische Obstsorten angepflanzt. Erhalten werden dabei vor allem Sorten mit soziokulturellem, lokalem oder historischem Bezug zu Sachsen und Tschechien sowie Sorten mit wichtigen obstbaulichen Merkmalen für Forschungs- und Züchtungszwecke. Prioritär wird die Aufnahme sehr seltener Sorten verfolgt, die bisher noch nirgends gesichert sind. Insgesamt werden im Rahmen des Projektes mehr als 500 Obstbäume gepflanzt, davon 100 in Ostritz. Weiteres Ziel des Projektes ist es, die erhaltenen Sorten zu verbreiten und zu diesem Zweck an Interessierte Edelreiser abzugeben.
Zudem werden 40 deutsch-tschechische Veranstaltungen durchgeführt, um Menschen in den Themenbereichen „historische Obstsorten“, „Streuobstwiesen“ etc. zu qualifizieren.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (Dresden), der Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal und Venkowsky Prostor (Liberec) durchgeführt und über das EU-Programm INTERREG finanziell gefördert.

Aufbau eines „Pomarium Saxonicum“ (laufendes Projekt) 

Die Oberlausitz-Stiftung baut derzeit ein „Pomarium Saxonicum“ auf. Angestrebt wird der langfristige Erhalt aller für Sachsen typischen Obstsorten (Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume) und die Verbreitung dieser auf Sortenechtheit kontrollierten Obstsorten durch Abgabe von Edelreisern.

Grundlage für das „Pomarium Saxonicum“ sind die vom Landesobstbauverein für das Königreich Sachsen herausgegebenen „Normal-Obstsortimente für das Königreich Sachsen“ (1878, 1885, 1902), das Obstsortenverzeichnis (1924) des Landesverbandes Sachsen für Obst- und Weinbau sowie diejenigen Obstsorten, die aus Sachsen stammen.

Insgesamt handelt es sich hierbei um 131 Apfelsorten (99 Sorten bei der Oberlausitz-Stiftung vorhanden), 101 Birnensorten (65 Sorten bei der Oberlausitz-Stiftung vorhanden), 51 Kirschsorten (18 Sorten bei der Oberlausitz-Stiftung vorhanden) und 36 Pflaumensorten (16 Sorten bei der Oberlausitz-Stiftung vorhanden) die Bestandteile des „Pomarium Saxonicum“ werden (Stand: November 2017).
Hier sind die betreffenden Sorten als pdf gelistet: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen

  • Das „Pomarium Saxonicum“ wird derzeit auf verschiedenen Streuobstwiesen in Ostritz angelegt:
    2,5 ha großer „Obstsortengarten“ der Oberlausitz-Stiftung in Ostritz-Leuba,
  • 0,6 ha große, alten Kirschwiese des Klosters St. Marienthal in Ostritz-Bergfrieden ein. Auf dieser Wiese stehen ca. 100 Obstbäume, darunter zahlreiche über 100 Jahre alte Kirschbäume,
  • 2,5 ha große Streuobstwiese der Familie Daubner auf der Neißeinsel in Ostritz-Leuba. Auf dieser Wiese stehen ca. 60 Obstbäume, die mehr als 60 Jahre alt sind und 51 Bäume, die im Herbst 2015 gepflanzt wurden.
  • 0,5 ha große Streuobstwiese der Familie Apelt in Ostritz-Feldleuba. Dort wurden 2016 und 2017 jeweils 30 hochstämmige Obstsorten gepflanzt.

Bau eines Gartenhauses mit wiederverwendeten Baumaterialien (abgeschlossenes Projekt) 

In früheren Jahrhunderten hatte man ein sehr pragmatisches Verhältnis zu Baumaterialien. So wurden die Bestandteile eines Gebäudes, das seinen Zweck verloren hatte, umgehend wieder als Baustoff für einen anderen Zweck verwendet. Ein verfallendes Mauerwerk war vor allem eine Ansammlung von Steinen und Hölzern etc., die anders sinnvoller einzusetzen waren. Heute ist diese Art von Wiederverwertung in Vergessenheit geraten. Das hat weniger mit dem Gedanken des Denkmalschutzes zu tun (der ohnehin nur den Bruchteil alter Bausubstanz betrifft, die als „historisch bedeutend“ gilt) als mit der Industrialisierung. Denn altes wertvolles Baumaterial gäbe es genug, würden nicht noch immer selbst Gebäude aus dem 17. oder 18. Jahrhundert vom Backsteinhaus bis zur Holzscheune nach dem Abriss schlicht „entsorgt“, wenn ihnen kein zweites Leben als Dorfmuseum oder Heimathaus vergönnt ist. Dabei liegt es aus ökologischen wie ästhetischen Gründen eigentlich sehr nahe, historische Baustoffe vom Ziegelstein bis zum Eichenholzbalken durch vorsichtigen Rückbau aufgegebener Gebäude zu retten, zu sammeln und neu zu verwenden. Genau das wurde beim Bau des Gartenhauses der Oberlausitz-Stiftung getan.

Durch Berufsschüler der Berufsbildenden Schule Löbau wurde im Jahre 2010 auf dem Gelände der Streuobstwiese ein Gartenhaus aus wiederverwendeten Baumaterialien gebaut. In dem Gebäude sind nun Geräte für die Pflege der Obstanlage untergebracht. Zudem dient das Haus allgemeinen Zwecken der Umweltbildung und als Unterstellmöglichkeit bei Führungen über die Streuobstwiese sowie bei Pflegearbeiten bei schlechtem Wetter.

Am Gartenhaus ist eine Tafel angebracht, die über die Herkunft der Baumaterialien informiert. Hier finden Sie eine verkleinerte Abbildung dieser Tafel.

Das Projekt wurde finanziell gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien.

Streuobstwiese auf der Neisseinsel in Ostritz-Leuba Streuobstwiese Neiße-Insel in Ostritz-Leuba.

ADRESSE:

Oberlausitz-Stiftung
St. Marienthal 2/ Propstei,
02899 Ostritz
Tel.: +49 (0) 35823 - 77231
Fax.: +49 (0) 35 823 - 77 250
Website: www.oberlausitz-stiftung.de
Email: i n f o (at) o b e r l a u s i t z - s t i f t u n g . d e

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