Unsere Auswahl an alten Pflaumensorten finden Sie hier weiter unten

Alte Pflaumensorten

Die Pflaume ist diejenige Frucht, aus der sich Unterarten wie Zwetsche, Mirabelle und Edelpflaume entwickelt haben. Und aus den Edelpflaumen wiederum haben sich dann Sortengruppen wie die Renekloden herausgebildet. Bei allen diesen Unterarten und Sortengruppen der Pflaumen gibt es eine Vielzahl einzelner, alter Sorten.

Bei diesen alten Pflaumensorten gibt es daher große Unterschiede hinsichtlich ihrer Form, Größe, Farbe, Reifezeit, Fruchtbarkeit, Verwendungsmöglichkeit, Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen sowie hinsichtlich ihres Geschmacks. Auf einige dieser Aspekte wird im Folgenden näher eingegangen.

Pflaumen-am-Ast

Unterschiedliche Erntezeiten der alten Pflaumensorten

Werden mehrere historische Pflaumensorten angepflanzt, so ist es sinnvoll, dass diese Sorten unterschiedliche Erntezeiten haben. Wenn z.B. eine frühe und eine späte Sorte angebaut wird, hat man über mehrere Wochen hinweg immer frische Pflaumen. Auch muss man dann nicht alle Früchte auf einmal verarbeiten, was ein großer Vorteil ist, wenn man bedenkt, dass ein Pflaumenbaum durchaus mehr als 100 kg Früchte hervorbringen kann.

Frühe Sorten (ab Juli): Zimmers Frühzwetsche, Ontario, Lützelsachser Frühzwetsche.
Mittelfrühe Sorten (ab August): Bühler Frühzwetsche, Graf Althans Reneklode, Wangenheims Frühzwetsche, Oullins Reneklode, Schöne aus Löwen, The Czar, Ersinger Frühzwetsche.
Späte Sorten (ab September): Italienische Zwetsche/Fellenberg, Ortenauer, Stanley, Große grüne Reneklode, Metzer Mirabelle, Nancy Mirabelle.
Sehr späte Sorten (ab Ende September): Anna Späth, Hauszwetsche, Kirkespflaume.

Verwendungsmöglichkeiten von alten Pflaumensorten

Die alten Pflaumensorten sind für sehr unterschiedliche Verwendungszwecke geeignet. So gibt es Pflaumensorten wie z.B. die Löhrpflaume, die man zur Herstellung von erstklassigen Destillaten verwendet, weil sie einen hohen Zuckergehalt, viele Mineralstoffe und ein kräftiges Aroma hat und gleichzeitig reift, d.h. die Früchte werden nicht nacheinander reif, sondern fast alle zur gleichen Zeit. Daneben gibt es bei den historischen Pflaumensorten „Alles-Könner“ wie z.B. die Hauszwetsche, die man zum Backen, Brennen und Dörren etc. verwenden kann.

Brennpflaumen:  Nancymirabelle, Italienische Zwetsche/Fellenberg, Hauszwetsche, Stanley, Wangenheims Frühzwetsche.
Backpflaumen: Auerbacher, Hauszwetsche, Bühler Frühzwetsche, Ersinger Frühzwetsche, Wangenheims Frühzwetsche.
Dörrpflaumen:  Kirkespflaume, Wangenheimer, Italienische Zwetsche/Fellenberg, Große grüne Reneklode, Metzer Mirabelle, Hauszwetsche.
Kompottpflaumen:  The Czar, Ersinger Frühzwetsche, Althans Reneklode, Große grüne Reneklode.
Einmachpflaumen:  Graf Althanns Reneklode, Hauszwetsche, Königin Viktoria, Nancymirabelle, Metzer Mirabelle, Oullins Reneklode (mit Stein), Wangenheims Frühzwetsche, Große grüne Reneklode, Stanley.
Pflaumen für Mus: Bühler Frühzwetsche, Hauszwetsche, Stanley.
Pflaumen für Marmelade: Große grüne Reneklode, Nancymirabelle, Oullins Reneklode, Ersinger Frühzwetsche, Italienische Zwetsche/Fellenberg.

Wurzelechte alte Pflaumensorten

Pflaumen wurden früher – zumindest auf dem Lande – über Wurzelausläufer vermehrt. Wurzelechte Pflaumen beginnen um das sechste Standjahr herum Wurzelschosser zu bilden, die man ausgraben und zu Pflaumenbäumen heranziehen kann. „Diese Vermehrungsart hat zum einen den Vorteil, dass dazu keine Veredlungskenntnisse notwendig sind, die Sorten also von jedermann „über den Gartenzaun“ weitergegeben werden können. Zum anderen sind wurzelechte Pflaumen langlebiger als veredelte Exemplare, da sie selbst nach Rodung des Mutterbaumes durch ihre Wurzelschosser weiterleben und sich durch diese auch großflächiger verbreiten können. Wurzelechte Pflaumen sind auch insgesamt robuster, denn sie haben den Vorteil, dass sie nur aus einer Pflanze bestehen, der Baum also nicht – wie bei veredelten Bäumen – darauf angewiesen ist, dass das Zusammenspiel von Unterlage und Edelsorte klappt. Da sie sich selbstständig vegetativ in der Fläche vermehren, eignen sie sich – anders als veredelte Obstgehölze – auch zur Anlage von Wildobsthecken, z. B. in Kombination mit Kornelkirsche, Holunder und Haselnüssen. Solche Hecken sind als Abgrenzungsstrukturen von Grundstücken oder Hausgärten einsetzbar und bieten eine interessante Alternative zu den üblichen Kirschlorbeer- oder Thujahecken. Sie liefern Naschfrüchte, die nicht nur Kinder in den Garten locken. Mit ihrer Biodiversität bieten sie zudem Vögeln, Insekten und Kleinsäugern Nahrungsgrundlage und Refugium.“ (Dr. Annette Braun-Lüllemann, Kirschen und Pflaumen aus Luxemburg, 2020, S. 9).

Wurzelechte alte Pflaumensorten sind z.B: Bühler Frühzwetsche, Hauszwetsche, Große grüne Reneklode, Marunke (Große Britzer Eierpflaume), Gelbroter Spilling.

Anbau von alten Pflaumensorten auch in höheren Lagen möglich

Bei der Sortenwahl sollten die klimatischen Bedingungen berücksichtigt werden (Kaltluftzufuhr, Niederschläge, längere Winter etc.). Einige historische Pflaumensorten (z.B. Bühler Frühzwetsche, Hauszwetsche, Ersinger Frühzwetsche, Emma Leppermann, Löhrpflaume, Schöne aus Löwen, Viktoriapflaume, Wangenheimer, Oullins Reneklode) kommen auch mit ungünstigeren Bedingungen zurecht. Gerade in Lagen, an denen der Obstanbau wenig verbreitet ist, muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Befruchtung sichergestellt ist.

Bezugsquellen für alte Pflaumensorten

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass mehr als 30 Prozent der historischen Pflaumensorten, die wir von Baumschulen bezogen haben, nicht sortenecht waren. D.h., wir haben eine Sorte unter einem bestimmten Namen von einer Baumschule gekauft und nach 5-10 Jahren, als die Sorte das erste Mal Früchte getragen hat, stellte sich heraus, dass es sich gar nicht um die gewünschte historische Pflaumensorte handelt.
Wer eine solche Erfahrung vermeiden möchte, dem raten wir, sich Edelreiser von den Sammlern/-innen des Obstsortenerhalternetzwerks des Pomologen Vereins zusenden zu lassen. Deren Sorten wurden von einer pomologischen Kommission überprüft.
Auch die Oberlausitz-Stiftung gehört zu diesem Obstsortenerhalternetzwerk. Die verifizierten historischen Pflaumensorten unserer Sammlung sind mit einem „V“ gekennzeichnet.
Sie können sich Edelreiser von alten Pflaumensorten von uns zusenden lassen und damit zu einer Baumschule in Ihrer Nähe gehen. Diese wird für Sie im nächsten Frühjahr einen Pflaumenbaum mit diesen Reisern veredeln. Im Herbst (der besten Pflanzzeit für Obstbäume) können Sie dann Ihre gewünschte alte Pflaumensorte pflanzen.

Weitere Infos zum Versand unserer Edelreiser finden Sie hier: Bestellung von Edelreisern – www.oberlausitz-stiftung.de

Dringende Hinweise

Nehmen Sie nie Edelreiser von alten Pflaumensorten, ohne dass speziell die Früchte auf Scharkabefall kontrolliert wurden.
Entnehmen Sie keine Unterlagen (speziell Zwetschgenunterlagen) aus wild aufgegangenen Beständen, ohne dass Sie zu 100 Prozent sicher sind, dass diese nicht scharkaverseucht sind. Im Zweifel immer die Unterlagen aus Unterlagenbaumschulen beziehen.
Die Pflaumenbäume der Oberlausitz-Stiftung werden regelmäßig auf Scharka-Befall kontrolliert. Eine hundertprozentige Garantie auf Scharkafreiheit geben wir allerdings nicht.

Die Sorten, deren Echtheit von der pomologischen Kommission des Pomologen-Vereins bestätigt wurden, sind mit „V“ (verifiziert) hinter dem Sortennamen gekennzeichnet.
Viele der Pflaumensorten wurden erst vor kurzem angepflanzt. Daher können von diesen Sorten noch keine Edelreiser abgegeben werden.

A

  • Althann´s Reneclaude, Reiser derzeit nicht lieferbar; wurde zwischen 1850 und 1860 in der Herrschaft Swoyschitz im Bezirk Kolin in Böhmen von dem Gärtner J. Procházka aus einem Stein der „Großen Reneclaude erzogen und nach dem Besitzer der Herrschaft Swoyschitz/Svojšice, Graf Michael Joseph von Althann, benannt (Oberdieck in: Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, 1875, Bd. 7, S. 137f). Erstbeschreibung 1871 von Oberdieck als „Althahns Reineclaude“ (Pomologische Monatshefte, S. 166f) = Althana, Althahn’s Rote Reine-Claude, Althann Ringlo, Althanova Renklóda, Althans, Althans Reneclaude, Althans rote Reneclaude, Conducta, Count Althann’s Gage, Graf Althans, Graf Althann’s Reine-Claude, Hethau, Prochátskova renklóda, Reine-Claude Comte Althan, Reine-Claude Comte d’Althan, Reine-Claude d’ Althann, Reine-Claude du Comte Hathem, Reine-Claude Rouge Comte Althan, Reine-Claude Rouge du Comte, Renklod Altana, Sliva Althanova.
  • Anna Späth, V, 1870 von der Berliner Baumschule Späth als namenloser Sämling aus dem Dorf Kadoszbeg (Ungarn) erworben und vier Jahre später in den Handel gebracht. Der Baumschulbesitzer Späth benannte die Sorte nach seiner Frau „Anna Späth“. Ersterwähnung 1874 (Preis-Verzeichnis der Baumschulen von L. Späth, Berlin 1874-1875, S. 13). Erstbeschreibung von Oberdieck 1879 (Wiener Illustrirte Gartenzeitung, S. 7) = Anna Spaeth, Anna Späthová, Anna Spet, Spätova sliva.

B

  • Bautzener Hauszwetsche, in den 1950er Jahren in Bautzen (Oberlausitz) aufgefunden. Ersterwähnung 1958 bei Müller (Friedrich Umhauer, in: Die Deutsche Gartenbauwirtschaft 6, Heft 1, S. 40). Erstbeschreibung 2019 von Michael Schlitt (Sachsens historische Obstsorten, S. 110f). Bei der Auslese dieses besonders wertvollen Hauspflaumentyps war insbesondere Friedrich Umhauer beteiligt. Daher wurde die Sorte auch „Hauspflaume – Typ Umhauer“ genannt = Bautzener Hauspflaume, Bautzener Hauszwetschge, Bautzner Hauszwetsche, Bautzner Hauszwetschge, Hauszwetsche Typ Umhauer.
  • Biondecks Frühzwetsche, Reiser derzeit nicht lieferbar; Ersterwähnung und -beschreibung bei Georg Liegel 1861 als „Biondeck´s rothe Frühzwetsche“ (Vollständige Uebersicht aller von dem Verfasser kultivirten und in verschiedenen Werken beschriebenen Pflaumen mit ihren Charakteren, S. 61). Benannt nach dessen pomologischen Freund Biondeck aus Baden bei Wien. Herkunft: Braunau (Österreich) = Biondeck´s rote Frühzwetsche, Biondekova.
  • Brandy Gage, Reiser derzeit nicht verfügbar. Ersterwähnung 1857 (The Gardener´s Chronicle ans Agriculture Gazette, Bd. 17, S. 647). Herkunft: unbekannt = Mann´s Brandy Gage, Mann´s Imperial.
  • Braunauer Aprikosenpflaume, Ersterwähnung und kurze Erstbeschreibung 1844 von Georg Liegel, der diese Sorte auch gezüchtet hat (Vereinigte Frauendorfer Blätter, Nr. 44, S. 351). Herkunft: Braunau (Österreich). Die „Braunauer aprikosenartige Pflaume“ ist eine andere Sorte = Braunauer neue Aprikosenpflaume. Ob die „Braunauer Aprikosenpflaume“ identisch ist mit der von Robert Hogg 1866 beschriebenen Sorte „Liegel´s Apricot“ (The Fruit Manual, London 1866, S. 369), die wir dem Namen nach seit Herbst 2022 in unserer Sammlung haben, bedarf noch der Überprüfung.
  • Bühler Frühzwetsche, Typ Binz, Erstbeschreibung 1891 (Pomologische Monatshefte, S. S.1). Über die Herkunft der Sorte schreibt G.W. Uhink 1889, dass die ältesten Bäume dieser Sorte in Kappelwindeck bei Bühl (Baden) stehen und ein Alter von etwa 40 Jahren haben (Möllers Deutsche Gärtner-Zeitung, S. 277). Durch Mutationen und Aussaat entstanden verschiedene Typen, die sich in Fruchtform und Reifezeit unterscheiden = Bjulska ranna, Bühlertaler Frühzwetsche, Bühlská, Bühlská Svestka, Frühe aus dem Bühlertal, Quetsche de Bühl, Vengerka bjulskaja, Vengerka bjulskaja rannaja, Vinat timpurio de Bühl, Wegierka z Bühlerthal, Zwetsche de Bühlertal.
  • Bunter Perdrigon, Reiser derzeit nicht verfügbar. Erstbeschreibung 1842 von Georg Liegel als „Der bunte Perdrigon“ (Systematische Anleitung zur Kenntniß der Pflaumen, Heft 2, Linz, S. 200-202). Liegel hatte die Frucht aus der Christschen Baumschule in Kronberg (Taunus) erhalten = Perdrigon Barioie, Prunus domestica Perdrigon variegata.

C

  • Cox´s Emperor, Reiser derzeit nicht verfügbar. Ersterwähnung 1824 bei Benjamin Maund als „Denbigh Seedling“ (The Botanic Garden, im Artikel über Cambrian Plum. Herkunft: vermutlich Wales = Denbigh, Denbigh-Pflaume, Denbigh Seedling.

E

  • Esperens Goldpflaume, Reiser derzeit nicht verfügbar. Wurde von Major Esperen aus mecheln (Belgie) gezüchtet und trug im Jahr 1843 die ersten Früchte (vgl. A. Bivort, Album de Pomologie, Bruxelles, 1849, Bd. 2, S. 64-68 die Erstbeschreibung mit farbiger Abbildung) = Golden Esperen, Drap d’or d’Esperen.

F

  • Frühe Mirabelle von Bergthold, Ersterwähnung 1852 bei J. M. Kohler als „Mirabelle précoce de Bergthold“ (Landwirthschaftliche Beschreibung der Gemeinden Dettenriedt, Hongg, Thalweil, Zürich, S. 102). Die Sorte wurde benannt nach dem Uhrmacher Friedrich Bergthold (Zweibrücken) der „aus dem Stein der gewöhnlichen Mirabelle in den 1830er Jahren“ die Sorte erzog (Pomonona. Allgemeine deutsche Zeitschrift, 1867, S. 8) = Bergthold Mirabelle, Frühe gelbe Mirabelle, Frühe Mirabelle, Frühe aus Bergthold, Frühe Mirabelle von Bergthold, Mirabelle Précoce, Mirabelka Raná, Mirablka wczesna, Précoce de Bergthold, Ranná Mirabelka.

G

  • Gelbroter Spilling, Reiser derzeit nicht verfügbar; In Guben werden Spillinge seit 1557 erwähnt (vgl. Gander, K., Geschichte der Stadt Guben, Guben 1925, S. 108). Ersterwähnung 1908 als „Gubener Spilling“ (Jahresbericht über die Erfahrungen und Fortschritte auf dem Gesamtgebiete der Landwirtschaft: Zum Gebrauche für praktische Landwirte, Bd. 22, S. 186). Erstbeschreibung 1964 als „Gelbroter Spilling“ (Krümmel, H., W. Groh u. C. Friedrich: Deutsche Obstsorten, Bd. 3, Steinobst) = Gubener Spilling, Rotbunter Spilling, Wohlriechender Spilling.
  • Große Grüne ReneklodeV, Ersterwähnung 1670 bei Jean Merlet als „De la Reyne Claude“ (Nouvelle Instruction pour connoistre les bons fruits, Paris, S. 124). Herkunft: unklar = Dauphine, Green Gage, Reine Claude, Reine Claude Verte, Zelená Renklóda (Tschechien), Zuckerpflaume, insgesamt über 100 Synonyme.
  • Große Zuckerzwetsche, Reiser derzeit nicht verfügbar. Erstbeschreibung 1841 von Georg Liegel (Systematische Anleitung zur Kenntniß der Pflaumen, Heft 2, Linz, S. 81f). Herkunft: unbekannt = Ananas Zwetsche (irrig), Bely Zwetsche, Blaue Eierpflaume, Dörell´s große ungarische Pflaume, Herrenhäuser blaue Eierpflaume, Jacobi Zwetsche, Kladrauer Pflaume, Pelzzwetsche.
  • Großherzog, Reiser derzeit nicht verfügbar. Von Z.F. Rivers in Sawbridgeworth (England), der dieser Sorte den Namen „Grand Duke Plum“ gab. Erstbeschreibung mit Abbildung 1879 (Journal of Horticulture and Cottage Gardener, S. 409). Erstbeschreibung in deutscher Sprache 1885 mit Einführung der deutschen Sortenbezeichnung „Großherzogs-Pflaume“ in der Zeitschrift Österreichisch-ungarischer Obstgarten (S. 250f) = Grand Duc, Grand Duke, Großherzogspflaume, Großherzog von Luxemburg, Prune Grand-Duc, Verlkovévoda, Velkovévodaska.

H

  • Hackmanns Pflaume, Reiser derzeit nicht verfügbar. Erstbeschreibung mit farbiger Abbildung 1866 von Olof Eneroth als „Hackmanns plommon“ (Svensk Pomona, S. 311-313). Dieser schreibt, dass es sich um eine alte Sorte handelt, die in Schweden von Skane bis Södermanland weit verbreitet ist (ebenda S. 313) = Hackmann, Hackmann Plum.
  • Haferpflaume, Erstbeschreibung von Georg Liegel 1841 als „Echte Haferpflaume“ (Systematische Anleitung zur Kenntniß der Pflaumen, Heft 2, Linz, S.6). Herkunft: Süddeutschland oder Österreich. Die Sorte hat nach Auskunft von Liegel ihren Namen deshalb, weil sie zeitgleich mit dem Hafer reif ist = Blaue Krieche, Echte Hafer Pflaume, Echte Hafer Zwetsche, Krieche.
  • HauszwetschgeV, Ersterwähnung als „Ungarische Pflaumen“ seit Mitte des 16. Jahrhunderts (vgl. Clemens Alexander Wimmer, Studien zur frühen Geschichte der Hauspflaume“, in: Jahresheft 2009 des Pomologen Verein e.V., S. 38-42). Herkunft: vermutlich Westasien. Sie ist unter vielen Synonymen bekannt, im deutschsprachigen Raum meistens schlicht als „Zwetschge“. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie in Deutschland verbreitet. Genetisch ist sie ein Formengemisch, das meist über Wurzelausläufer, also ohne Veredlung, vermehrt wurde = Basler Zwetsche, Bauernpflaume, Bestercei, Deutsche Hauszwetsche, Dro-Zwetsche, Hauspflaume, Pozegaca, Quetsche und zahlreiche weitere Synonyme.

I

  • Italienische Zwetsche, Ersterwähnung 1831 im Katalog der London Horticultural Society (S. 151). Erstbeschreibung 1841 von Georg Liegel. Dieser erhielt die Sorte 1833 von Diel mit dem Namen „Italienische Pflaumen-Zwetsche“ (Systematische Anleitung zur Kenntniß der Pflaumen, Heft 2, Linz, S. 14-16). Für die immer wieder vorgetragene Behauptung, es handele sich bei der „Italienischen Zwetsche“ um einen in der Lombardei als Zufallssämling entstandenen, um 1800 in die Schweiz eingeführten und von dem Kaufmann von Fellenberg 1823 nach Deutschland gebrachte Sorte, findet sich in der Literatur kein einziger nachprüfbarere Beleg. Herkunft: unbekannt = Altesse Double, August Zwetsche, Blaa italiensk sveske, Blaue Riesen Zwetsche, Bleue d´Italian, Bosenská, Bosnische Zwetsche, Domirania italica, Don Wallis, Doppelte Zwetsche, Dubbele Altesse, Double Backpruim, Elbetaler Frühzwetsche, Fausse Altesse, Feilenberg Quetsche, Feilenberger Zwetsche, Fellenberg, Fellenberská, Fellenberger Zwetsche, Fellenberg Quetsche, Fellenberg-Zwetschge, Grosse Frühe Zwetsche, Italian Prune, Italian Quetsche, Italianska sliva, Italianska keca, Italien Prune, Italien sviskon, Italienische Blaue Zwetsche, Italienische Pflaumen Zwetsche, Italiensk Sveske, Italiensk sviskon, Italská svestka, Kohlstockzwetsche, Matura italica, Olasz kék, Olaz Kek, Pflaume mit dem Pfirsichblatt, Prugna d´Italia, Prune d’Italie, Quetsche Bleue d’Italie, Quetsche d’Italie, Schrattentaler Zwetsche, Schweizer Zwetsche, Semiana, Socinskaja, Strasser Zwetsche, Sulzberger Zwetsche, Svestka italská, Vengerka italianskaja, Vengerka socinskaja, Vengierka italijanskaja, Vinat de Italia, Vlaska, Vlaska a jeji Typy (Tschechien), Vlaska anglicka, Vlasská svestka, Vöslauer Zwetsche, Wegierka wloska, Welsche Zwetschge, Wengerka Italianskaja, Zeiet-Zwetschge, Zwetschke mit dem Pfirsichblatt, Zwetsche von Dätlikon.

J

  • Jefferson, die Sorte wurde von einem Richter Buel, Albany, New York um 1825 gezüchtet. Dieser schenkte 1829 der Massachusetts Horticultural Society einen Baum dieser Sorte. 1841 wurden Bäume dieser Sorte der London Horticultural Society übergeben, die 1845 Früchte trugen (U. P. Hedrick, The Plums of New York, S. 256). Erstbeschreibung 1845 von Charles Downing (The Fruits und Fruit Trees of America, New York, S. 279f) = Dschefferson, Dzeferson, Dzefersona, Jeffersonova, Jeffersonpflaume, Präsident Thomas Jefferson, Rozova, Sliva Jeffersonova, Xantocarpa Jeffersoni.

K

  • Kirkespflaume, V, wurde vom Baumschuler Joseph Kirke aus Brompton (Nähe London) in den Handel gebracht. Ersterwähnung 1826 als „Kirke´s“ (Catalogue of Fruits Cultivated in the Garden of the Horticultural Society of London, S. 96). Erstbeschreibung 1830 (Pomological Magazine, Band 3, Nr. 111f) = Brignola Kirkeana, Kirka, Kirka´s, Kirke, Kirkea superba, Kirke’s, Kirke’s Plum, Kirkes Pflaume, Kirkea superba, Kirkeho (Tschechien), Kirke’s, Kirkes Blome, Kirkes Blue, Kirke’s Plum, Kirkes Pflaume, Kirke´s Prune, Kirke szlivája, Kirkeova, Kirkova, Old Prampton, Prune de Kirke, Prunus damascena Kirkei.
  • Königin Victoria, V, die Sorte hat ihren Namen von der englischen Königin Victoria (1819-1901). Der Ursprung der Sorte (wahrscheinlich England) und ihre Entstehungszeit sind unter den Pomologen umstritten. Sichere Erstbeschreibung 1856 bei Georg Liegel (Beschreibung neuer Obstsorten. Die Pflaumen, Regensburg, 3. Heft, S. 17f, Nr. 205) = Alderton, Charles Ingulf, Dauphin, Denye Victoria, Denyer’s Victoria, Dolphin, Dronning Victoria, Englische Pflaume, Hulliger Pflaume, Imperial de Sharp, Koroleva Viktorija, Kralica Viktorija, Králova Victorie, Královna Viktorie, Królewa Viktorija, Queen Victoria, Reine Victoria, Royal Dauphine, Sharp, Sharp’s Emperor, Sharp’s Kaiserpflaume, Susina Victoria, Victoria, Victorie (Tschechien), Victoriapflaume, Viktoria, Wiktorija, Wiktorja.
  • Königspflaume von Tours, Reiser derzeit nicht lieferbar; Ersterwähnung und -beschreibung 1768 bei Duhamel als „Royale de Tours“ (Traité des arbres fruitiers, Paris, Bd. 2, S. 81f). Die Identität der Sorte ist unklar. Die Quellen zeigen unterschiedliche Sorten = Königin von Tours, Königliche große Pflaume, Königliche Pflaume von Tours, Königspflaume aus Tours, Kongeblomme fra Tours, Královská z Toursu, Prune Royale de Tours, Royal Tours, Royale de Tours, Tourska

L

  • Lützelsachser Frühzwetsche, V, 1914 vom Obstbauer Nickel in Lützelsachsen bei Weinheim (Baden-Württemberg) als Zufallssämling gefunden. Erstbeschreibung 1930 von Gustav Schaal (Das Stein-, Beeren- und Schalenobst, Stuttgart, S. 49) = Lützelsachsá raná svestka, Lützelsachsenská, Lützelsachsenská raná, Lützelsachsenská raná Svestka, Lützelsachser, Précoce de Lützelsachs, Precoce di Lutzelsachs, Wegierka z Lützelsachsen.

M

  • Marunke, Ersterwähnung und -beschreibung 1799 (Sickler, Der teutsche Obstgärtner, Bd. 12, S. 88). Erstmals beschrieben unter dem Namen „Große Britzer Eierpflaume“ bei B. L. Kühn (1885), Herkunft: Oberlausitz (Sachsen) = Große Britzer Eierpflaume (Erstbeschreibung B. L. Kühn, 1885), Hammelsäcke, Malonke, Rosenpflaume.
  • Meißner HonigpflaumeV, stammt aus der Gegend um Meißen (oberes Elbtal) und ist eine lokale Variante der Hauspflaume.
  • Meroldt´s Reneclaude, Reiser derzeit nicht verfügbar. Von Dr. Meroldt in Lischnitz (Böhmen) gezüchtet. Ersterwähnung 1856 bei Georg Liegel (Beschreibung neuer Obstsorten. Die Pflaume, 3. Heft, Regensburg, S. 33, Nr. 404). Sämling der „Aprikosenartigen Pflaume“. = Meroldts Reneklode.
  • Metzer Mirabelle, V, ob es sich bei der bereits im Jahr 1695 bei De la Quintinye genannten „La Mirabelle“ (Le parfait jardinier ou Instruction pour les jardins fruitiers et potagers, Paris, S. 257, 296) um die „Metzer Mirabelle“ handelt, ist heute nicht mehr zu klären. Herkunft: vermutlich Nähe von Metz (Frankreich) = Aprikosenartige Mirabelle, Damascenena Armeniaca, Gelbe Mirabelle, Gelbe Mirabelle von Metz, Kleine Mirabelle, Kleine gelbe Mirabelle, La Mirabelle, Lerchenei, Little Mirabelle, Mirabelka mala zlutá, Mirabelka metská, Mirabelka z Metz, Mirabelle Blanche, Mirabelle de Metz, Mirabelle de Vienne, Mirabelle double de Metz, Mirabelle Jaune, Mirabelle Joune, Mirabelle Perlée, Mirabelle petit Drap-D´or, Mirabelle Petit, Mirabelle Précoce, Mirabelle Small, Mirabelle von Metz, Mirabelka Metzká, Mirabellka zolta, Perle Mirabele galbene, Petite drap d´or, Prune de Mirabelle, Small Mirabelle, Syrische Pflaume, White Mirabelle, Wiener Mirabelle.
  • Mirabelle aus Pillnitz, Reiser derzeit nicht lieferbar; wurde im Julius-Kühn-Institut in Pillnitz bei Dresden um 1990 gezüchtet als Kreuzung aus „Großer grüner Reneklode“ und „Roter Nectarinenpflaume“ (W. Hartmann, V. International Symposium Plume and Prune Genetic, 1994, S. 132-134) = Mirabelle aus Pillnitz, Mirabelle von Pillnitz, Pillnitzer Mirabelle.
  • Myrobalane (Prunus cerasifera), Ersterwähnung: Gottfried von Franken nennt in seinem „Pelzbuch“ (= Pfropfbuch) um 1380 auch „Myrobalani“ (Gerhard Eis, 1944, „Pelzbuch“, S. 32, 46, 70, 94). Herkunft: vermutlich Balkan und Klein- bis Mittelasien = Därgelkersch (Pfalz), Kirschpflaume, Krete (Schleswig-Holstein), Kringelbaum (Österreich), Türkenkirsche, Türkische Kirsche, Sterninkel (Sachsen), Wasserlatsche (Hessen und Nassau) und viele weitere.

N

  • NancymirabelleV, der Ursprung der Sorte ist unbekannt. Ob es sich bei der bereits 1675 von Merlet erwähnten Sorte „Drap d´or“ tatsächlich um die Nancymirabelle oder um die „Mirabelle von Metz“ handelt, ist heute nicht mehr zu klären. Ersterwähnung 1860 bei Carl Löffler als „Mirabelle de Nancy“ (Anleitung zur Obstbaumspalierzucht in Deutschland, S. 46). Erstbeschreibung von Eduard Lucas 1878 als „Grosse Mirabelle von Nancy“ (Pomologische Monatshefte, S. 225) = Doppelte Mirabelle, Double Drap d´or, Double Mirabelle, Drap d’Or, Gelbe Mirabelle (gibt es auch als eigenständige Sorte), Große Mirabelle, Große von Nancy Mirabelle, Mirabel Nansi, Mirabelka Nancyská, Mirabelle Nansi, Mirabelka z Nancy, Mirabelle aus Nancy, Mirabelle de Nancy, Mirabelle von Nancy, Mirabelle double, Mirabelle grossé, Mirabelle  la Grosse, Mirabelle  of Nancy, Mirabelle von Nancy, Nancy, Nancymirabelle, Nancyská mirabelka, Punktierte Mirabelle, Yellow Damask, Yellow Perdrigon.

O

  • OrtenauerV, Zufallssämling, der angeblich bereits Ende des 17. Jhd. in Borsum bei Emden (Emsland) angebaut wurde (vgl. Herm. Hesse, in: Deutsche Obstbauzeitung, 1908, S. 54). Kam nach dem 2. Weltkrieg in die Ortenau. Nach dem dortigen Anbaugebiet neu benannt. Ersterwähnung 1870 bei J. ten Doornkaat-Koolmann als „Borsumer Zwetsche“ (Pomologische Notizen, Bremen, S. 133). Erstbeschreibung 1939 (Karl Röder, Sortenkundliche Untersuchungen an Prunus domestica) = Borssumer (Norddeutschland), Borsumer (Norddeutschland), Borsumská svestka, Borzami sliva, Johannisberg II, Kruft II, Slavonische Zwetschge, Slawonische Zwetschge.
  • Oullins ReneklodeV, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Coligny, Depetin (Frankreich) als Zufallssämling gefunden und in Oullins bei Lyon in den Handel gebracht. Erstbeschreibung 1861 von Georg Liegel als „Oulen´s Renklode“ (Pomologische Monatshefte, S. 10f) = Eierpflaume (Synonym für mehrere Sorten), Fausse Reine Claude, Královska oullinská, Massot, Monstrueuse d´Oullins, Oullins Gage, Oullins Golden, Oullins Golden Gage, Prune Massot, Quillins, Quillins Gage, Quillins Golden, Qullins, Quillins Reine Claude, Qullinská (Tschechien), Qullinská renkloda, Qullinská Renklota, Ranna renkloda, Reine Claude fra Qullins, Reine Claude précoce, Reineclaude d’Oullins, Reneclode aus Qullins, Reneclode von Qullins, Reneklode, Reneklode von Oullins, Rene Claude von Qullins, Renclod Oulinns, Renklod Oulinn, Renklod Ulensa, Renkloda ot Ulens, Renkloda Ulena, Renkloda Ulensa, Roi-Claude, Ulena, Washington (fälschlich!).

P

  • Pershore, Reiser derzeit nicht verfügbar. Von George Crooke 1827 in Tiddesley Woods bei Pershore (Worcesetershire, England) gefunden = Dame Aubert, Gelbe Eierpflaume (vom Reisergarten Mainz bis 2001 unter diesem Namen verbreitet), Pershore Yello Egg, Yellow Egg. Neben der gelben zur Marmeladenherstellung genutzten „Pershore“ gibt es die Sorte „Purple Pershore“. Diese ist rötlich-violett und eine andere Sorte.

R

  • Rote Eierpflaume, Reiser derzeit nicht lieferbar; Ersterwähnung 1776 bei Johann Mayer (Pomona Franconica, Nürnberg, S. 143). Herkunft: unbekannt = Amalia Pflaume, Babce, Chypre (Prune de), Cyprische Pflaume, Dame-Aubert Rouge, Diademe Imperial, Diaper, Diapre Rouge, Diapree Rouge, Hoheitspflaume, Imperial Diadem, Jajowa, Matchless, Mimms Pflaume, Mimms Plum, Papse cervene, Pavce cervene, Pavi vejce, Prinzessinen Pflaume, Red Diaper, Roche-Carbo, Roche-Corbon, Rote Cyprische Pflaume, Rote Marunke, Rote Masche, Rote Ross Pflaume, Rotes Osterei.
  • Royal de Vilvoorde, Reiser derzeit nicht verfügbar. Rote Pflaumensorte aus der Baumschule de Bavay in Vilvoorde (Belgien) um 1840 (Angaben nach www.vriendenvanhetoudefruit.nl ) = Royal de Vilvorde.

S

  • Schöne aus Löwen, Ersterwähnung und ungenügende Erstbeschreibung 1849 (Alexandre Bivort, Album de Pomologie, Bd. 2, S. 65). Bivort gibt dort an, dass sich die Sorte in der van Mons-Baumschule unter der Nummer 6022 befunden habe. Herkunft: unbekannt = Belle de Louvain, Blumy, Chubava luvenska, Chubava ot Luven, Eierpflaume, Frumoasa de Louvain, Kehdinger Pflaume, Lovanka, Lovanská, Lovanská silva, Lovanska sliva, Lovanskaja krasavica, Lowanka, Löwener Kaiserzwetsche, Papcata, Pavi vejce, Piekna z Lovain, Prune de Louvain.

T

  • The Czar, V, von Thomas Rivers in Sawbrigdeworth (England) aus einer Kreuzung von „Prinz Engelbert“ und „Early Prolific“ gezüchtet. Die Sorte trug 1874 die ersten Früchte und erhielt ihren Namen anlässlich des Besuchs des russischen Zaren im gleichen Jahr in England. Erstbeschreibung 1884 von Robert Hogg (The Fruit Manual, London, S. 693) = Car, Cárova, Carska, Carska Sliva, Cesarská czervona, Czar, Czar of Russia, Czar-Pflaume, Czarnosliwa Kozlowska, Le Czar, Le Tsar, Rannaja, Rannjaja, Sliva Le Czar, Timpurii, Timpuriu Zarpflaume.

V

  • Violette Jerusalemspflaume, Die Sorte stammt aus dem „Jardin de Plantes“ in Paris, von wo sie Herr Dr. Sickler an seinen Vater sendete. Erstbeschreibung 1809 von Johann Volkmar Sickler (Allgemeines Teutsches Garten-Magazin, Jg. 6, S. 427) = Blaue Eierpflaume, Jeruzalimka, Jerusalem, Jerusalemsblomme, Jerusalémská, Jerusalémská Fialowá Sliva, Prune de Jerusalem, Wahre blaue Eierpflaume.
  • Von Flotows Mirabelle, Georg Liegel erzog diese Sorte aus dem Stein der Sorte „Violetter Perdrigon“ und benannte sie nach dem Pomologen Geheimrat von Flotow (Dresden). Ersterwähnung 1855 von Liegel (Monatsschrift für Pomologie & praktischen Obstbau, Bd. 2, S. 411 als „Flotow´s früheste Mirabelle“). Herkunft: Braunau (Österreich) = Flotows Allerfrüheste, Flotows Mirabelle, Mirabel Flotowa, Mirabelle de Flotow, Mirabelle la Plus Hative der Flotow, Mirabelle von Flotow, Mirabelka Flotowa (Tschechien), von Flotows Mirabelle.
  • Von Hartwiß‘ gelbe Zwetsche, wurde 1838 von Georg Liegel in Braunau aus Fruchtsteinen der „Gelben Frühzwetsche“ gezogen. Er widmete die Sorte seinem Pomologenkollegen Nicolai Anders Hartwiß (1793-1860), dem Direktor der kaiserlich-russischen Gärten in Nikita auf der Krim. Liegel beschrieb die Sorte erstmals 1846 als „Die Hartwiß´s gelbe Zwetsche“ (Vereinigte Frauendorfer Blätter, Nr. 27, S. 212f) = Gelbe Frühzwetschge, Hartwiss gelbe Zwetschge, Hartwiss yellow Prune, Von Hartwiss’ Gelbe Zwetsche.
  • Von Moro´s Reineclaude, Reiser derzeit nicht verfügbar. Von Max Ritter von Morow im Obstgarten des Gutes Viktring bei Klagenfurt (Österreich) gefunden. Ersterwähnung mit farbiger Abbildung 1878 (Pomologische Monatshefte, S. 1f) = Reine Claude Moros.

W

  • Wangenheims FrühzwetschgeV, Ersterwähnung und -beschreibung als „von Wangenheim´s Pflaume“ 1837 von Johann Georg Dittrich (Systematisches Handbuch der Obstkunde, Band 2, S. 199f). Herkunft: Garten des Haus-Oberstallmeisters und Kammerherrn von Wangenheim in Brieheim (heute Brüheim bei Gotha) = Domirania Wangenheim, Matura Wangenheimi, Prune de Wangenheim, Prune Wangenheim, Prune Wangenheim hative, Quetsche Précoce de Wangenheim, Vangengeima rannaja, Vangenheima rannaja, Vengerka Vangenheima, Vengierka Vangenheima, Vinat de Wangenheim, Von Wangenheims Frühzwetsche, Von Wangenheims Pflaume, Wangenhejmská, Wangenheim, Wangenheimer, Wangenheims Frühzwetsche, Wangenheims Pflaume, Wangenheim Sveske, Wangenheimova (Tschechien), Wangenheimova svestka, Wegierka Wangenheima, Wengerka Wangengejma.
  • Washington, zur Entstehung dieser Sorte in der Nähe von New York gibt es unterschiedliche Angaben. Nach einer Version gab es 1808 die ersten Früchte, die 1821 von einem Herrn Hosak an die Londoner Gartenbau-Gesellschaft gesandt wurden. Erstbeschreibung 1842 durch Georg Liegel (Anweisung mit welchen Sorten verschiedene Obstbaum-Anlagen besetzt werden sollten, Salzburg, S. 159, Nr. 135) = Anglesio, Bolmer, Bolmar, Bolmars Washington, Franklin, Franz Josef I., Gul Washington, Jackson, Jakson, Luise-Filipp, New Washington, Parker´s Mammoth, Philipp I., Prune Washington, Washington Jaune, Washingtonská zlutá, Washington Yellow, Waszyngton.

Z

  • Zimmers Frühzwetsche, Ersterwähnung 1906 bei W. Schüler (Deutsche Obstbauzeitung, S. 91). Herkunft: im Garten des Rebbauers Lienhard Zimmer in Lauf bei Bühl vor 1900 gefunden = Dietrichszwetschge, Dietrich-Zwetschge, Prune Zimmer, Quetsche Zimmer, Vengerka Cimera, Wegierka Cymera, Wegierka Zimmera, Zimmerova (Tschechien), Zimmrova svestka, Zimmerova svestka.