Alte Obstsorten erhalten – Junge Menschen fördern

Hinweise zur Sortenwahl und Pflanzung von Pflaumen

Geeigneter Standort
Pflaumen, Zwetschen, Renekloden und Mirabellen sind wärmeliebende Gehölze, die am Besten  windgeschützt und in sonniger Lage gepflanzt werden sollten. Ideal sind Standorte mit südlicher Ausrichtung sowie vor Hecken oder Hauswänden. Kalkreicher, humoser und nährstoffreicher Boden wird bevorzugt.
Die genannten Obstsorten vertragen keine staunassen oder stark wechselfeuchten Böden. Also keine Senke auswählen. Ein Anbau in höheren Lagen ist ebenfalls möglich. Guter Boden, nicht verdichtet, am besten eine sonnige Freifläche, möglichst geschützt vor Spätfrösten und starkem Wind, das ist der ideale Platz.
Bei der Sortenwahl sollten die klimatischen Bedingungen berücksichtigt werden. So herrschen z.B. in Zittau ganz andere Einflüsse als in den Höhenlagen des Zittauer Gebirges (Kaltluftzufuhr, Niederschläge etc.). Einige Pflaumensorten (z.B. Wangenheims Frühzwetsche) kommen auch mit ungünstigeren Bedingungen zurecht. Andere Sorten hingegen wie z.B. die „Große grüne Reneclode“ kommen in höheren Lagen nur in windgeschützten Nischen und nicht frostausgesetzten Mulden in den Ertrag, denn Holz und Blüten sind nicht frostbeständig. Wieder andere Sorten wie „Ruth Gerstetter“ sind extrem frostempfindlich.

Befruchtung 
Es gibt selbstbefruchtende und fremdbefruchtende Pflaumenbäume. Die Selbstbefruchter (z. B. die Sorte „Königin Viktoria“) kommen ohne weiteren Pflaumenbaum aus, sind also vor allem für kleinere Gärten geeignet.
Fremdbefruchter (z. B. die Kirkespfluame) benötigen zumindest einen weiteren Pflaumenbaum einer verträglichen Art. Mehr ist hierbei jedoch immer besser. Denn je größer die Anzahl der Obstgehölze, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung. Die Anpflanzung von mehreren Gehölzen zahlt sich also aus!

Wie und wann pflanzen?
Ein Pflaumenbaum sollte möglichst im Herbst gepflanzt werden. Notfalls kann das Einsetzen auch nach dem letzten Frost im späten Frühjahr erfolgen. Dem Baum sollte ein Pflanzpfahl zur Seite gestellt werden. Dieser wird direkt mit eingepflanzt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht verletzt werden.
Der Pflaumenbaum benötigt im ersten Jahr nach dem Auspflanzen sehr viel Wasser, um eine gesunde Wurzel ausbilden zu können. Dabei gilt die Regel: Lieber einmal in der Woche – möglichst abends – viel gießen, als jeden Tag ein wenig; denn nur so können die Wurzeln tief in das Erdreich eindringen und sich nicht lediglich oberflächig und weit ausbreiten.
Die Baumscheibe (Durchmesser 1-1,5 m ) sollte frei von Kräutern und anderen Pflanzen sein, die dem jungen Baum anderenfalls Nährstoffe entziehen würden.
Als Pflanzabstand zu anderen Bäumen sollten ca. 5 Meter gewählt werden.

Geschmack
Wenn man das alles berücksichtigt hat, bleibt noch der persönliche Geschmack. Was nützt der beste Pflaumenbaum, wenn einem die Früchte nicht schmecken. Daher sollte man jede Gelegenheit nutzen, an einer Verkostung von Pflaumen teilzunehmen.

Sortenwahl
In der Oberlausitz wurden in den vergangenen 150 Jahren mehr als 90 verschiedene Pflaumen-, Zwetschen-, Renekloden- und Mirabellensorten angebaut (siehe hierzu die Übersicht im pdf-Format). Manche dieser Sorten wurden durch all´ diese Jahre fast durchgängig von den regionalen Baumschulen angeboten. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich diese Sorten in der Region bewährt haben. Zu diesen traditionellen Sorten der Oberlausitz gehören:
Althanns Reneklode
Anna Späth
Bühler Frühzwetsche
Große Grüne Reneklode
Hauszwetsche
Kirkes Pflaume
Königin Viktoria
Metzer Mirabelle
Mirabelle aus Nancy
Ontariopflaume
Schöne aus Löwen
The Czar
Wangenheims Frühwetschge

ADRESSE:

Oberlausitz-Stiftung
St. Marienthal 2/ Propstei,
02899 Ostritz
Tel.: +49 (0) 35823 - 77231
Fax.: +49 (0) 35 823 - 77 250
Website: www.oberlausitz-stiftung.de
Email: i n f o (at) o b e r l a u s i t z - s t i f t u n g . d e

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